Der Fehler 0x80070091 kann ganz schön nerven, vor allem wenn du versuchst, dein System über die Systemwiederherstellung zu reparieren – und plötzlich geht nichts mehr. Statt einer einfachen Lösung bekommst du nur eine kryptische Fehlermeldung. Klingt frustrierend? Ist es auch. Aber keine Sorge, du bist nicht allein mit diesem Problem.
Hinter dem Fehler steckt meist ein Problem mit bestimmten Windows-Ordnern oder Berechtigungen, das sich aber in den meisten Fällen recht einfach lösen lässt. Du brauchst dafür keine teure Software oder besondere Vorkenntnisse – nur etwas Geduld und die richtigen Schritte.
In diesem Artikel zeige ich dir ganz genau, wie du den Fehler 0x80070091 loswirst. Du bekommst einfache Erklärungen, verständliche Anleitungen und praktische Tipps, die wirklich funktionieren. So kannst du dein System schon bald wieder wie gewohnt nutzen.
Was steckt hinter dem Fehlercode 0x80070091?

Wenn dir bei der Systemwiederherstellung plötzlich der Fehlercode 0x80070091 angezeigt wird, kann das erst mal verwirrend sein. Die Meldung lautet oft sinngemäß: „Die Systemwiederherstellung wurde nicht erfolgreich abgeschlossen. Verzeichnis nicht leer“. Was bedeutet das?
Kurz gesagt: Windows will bei der Wiederherstellung einen bestimmten Ordner leeren oder ersetzen – meistens den Ordner WindowsApps im Verzeichnis „C:\Program Files“ – stößt dabei aber auf Probleme. Das passiert oft, wenn dieser Ordner beschädigt ist oder von Programmen oder Diensten blockiert wird.
Der Fehler selbst gehört zu den sogenannten „Zugriffsfehlern“. Windows kommt also nicht an einen Ordner ran, den es ändern müsste, um dein System auf einen früheren Stand zurückzusetzen. Das führt dann zum Abbruch der Wiederherstellung.
Auch wenn die Fehlermeldung technisch klingt, ist sie meist kein Zeichen für ein schweres Problem. Mit ein paar gezielten Schritten kannst du den Fehler in vielen Fällen selbst beheben – und das ganz ohne Neuinstallation oder teure Programme.
Typische Ursachen für den Fehler 0x80070091
Damit du den Fehler 0x80070091 loswirst, ist es hilfreich, die möglichen Ursachen zu kennen. Denn wenn man weiß, wo das Problem herkommt, findet man auch schneller eine Lösung.
Die häufigsten Gründe im Überblick:
- Beschädigter WindowsApps-Ordner: Dieser Systemordner enthält Daten von Apps aus dem Microsoft Store. Wenn er beschädigt oder nicht zugänglich ist, scheitert die Wiederherstellung.
- Falsche Berechtigungen: Manchmal hat Windows nicht die nötigen Rechte, um einen bestimmten Ordner zu ändern oder zu löschen.
- Antivirenprogramme oder andere Tools blockieren den Zugriff: Sicherheitssoftware kann aus Versehen wichtige Systemvorgänge stören.
- Systemdateien wurden verändert oder fehlen: Zum Beispiel durch fehlerhafte Updates, Drittsoftware oder Dateisystemprobleme.
Auch externe Festplatten oder veraltete Treiber können eine Rolle spielen – vor allem, wenn sie beim Wiederherstellungspunkt eingebunden waren.
Wichtig ist: Der Fehler ist kein Einzelfall. Viele Nutzer stolpern darüber, vor allem nach Windows-Updates oder App-Installationen. Sobald du weißt, welche Ursache bei dir zutrifft, kannst du gezielt handeln.
Systemwiederherstellung im abgesicherten Modus durchführen
Eine einfache und oft erfolgreiche Methode ist es, die Systemwiederherstellung im abgesicherten Modus auszuführen. Dabei startet Windows nur mit den nötigsten Diensten – also ohne Hintergrundprogramme, die stören könnten.
So geht’s:
- Öffne das Startmenü und klicke auf Neu starten bei gedrückter Umschalttaste.
- Im Menü wählst du: Problembehandlung > Erweiterte Optionen > Starteinstellungen > Neu starten.
- Nach dem Neustart drückst du F4 für „Abgesicherter Modus“.
- Sobald Windows im abgesicherten Modus läuft, öffnest du die Systemwiederherstellung wie gewohnt (über die Systemsteuerung oder Suche).
- Wähle einen Wiederherstellungspunkt und starte den Vorgang.
Warum das helfen kann: Im abgesicherten Modus laufen keine Programme mit, die den Zugriff auf bestimmte Ordner blockieren könnten. So kann Windows eher auf die nötigen Dateien zugreifen.
Diese Methode funktioniert in vielen Fällen und ist ein guter erster Schritt, bevor du tiefer ins System eingreifst. Du brauchst keine Zusatzsoftware – nur etwas Geduld und ein paar Klicks.
Ordner „WindowsApps“ manuell reparieren oder umbenennen
Ein häufiger Auslöser für den Fehler 0x80070091 ist der Ordner WindowsApps, der sich im Pfad C:\Program Files\ befindet. Wenn dieser Ordner beschädigt ist oder Windows ihn nicht richtig bearbeiten kann, schlägt die Systemwiederherstellung fehl.
Du kannst das Problem umgehen, indem du diesen Ordner vorübergehend umbenennst. So geht’s:
Öffne die Eingabeaufforderung als Administrator.
Gib nacheinander folgende Befehle ein:
cd "C:\Program Files"
takeown /f WindowsApps /r /d y
icacls WindowsApps /grant "%USERNAME%":F /t
rename WindowsApps WindowsApps.old
Starte den PC neu.
Durch diese Schritte übernimmst du die Besitzrechte und Berechtigungen für den Ordner und benennst ihn um. Beim nächsten Start erstellt Windows automatisch einen neuen, sauberen „WindowsApps“-Ordner.
Keine Sorge: Der alte Ordner bleibt erhalten und kann später – wenn alles funktioniert – auch gelöscht werden. Diese Methode hilft, wenn der ursprüngliche Ordner „nicht leer“ ist oder beschädigte Dateien enthält.
Berechtigungen mit dem Tool „Takeown“ und „icacls“ neu setzen
Wenn du beim Fehler 0x80070091 Probleme mit den Ordnerberechtigungen vermutest, kannst du diese gezielt neu setzen. Dafür nutzt du zwei Windows-Bordmittel: Takeown und Icacls.
Beide Tools funktionieren über die Eingabeaufforderung (CMD), die du als Administrator öffnen solltest.
So geht’s:
- Öffne die Eingabeaufforderung (Administrator).
- Wechsle in den Programmordner:
cd "C:\Program Files" - Übernimm den Besitz für den Ordner:
takeown /f WindowsApps /r /d y - Gib dir selbst alle Rechte:
icacls WindowsApps /grant "%USERNAME%":F /t
Diese Befehle sorgen dafür, dass du als Benutzer die vollständige Kontrolle über den problematischen Ordner bekommst. Damit kann Windows bei der Systemwiederherstellung wieder darauf zugreifen.
Sei bei diesen Schritten aber vorsichtig und arbeite nur in diesem einen Ordner – falsche Berechtigungen an anderer Stelle können deinem System schaden. Falls du unsicher bist, vorher einen Wiederherstellungspunkt erstellen.
Antivirus-Programme als mögliche Störquelle erkennen und deaktivieren

Manchmal liegt der Fehler 0x80070091 gar nicht an Windows selbst, sondern an Programmen, die im Hintergrund mitlaufen – zum Beispiel dein Virenscanner. Viele Antivirenprogramme blockieren aus Sicherheitsgründen den Zugriff auf wichtige Systemordner. Das kann die Wiederherstellung behindern.
Was du tun kannst:
- Deaktiviere dein Antivirenprogramm vorübergehend, bevor du die Systemwiederherstellung erneut startest. Das geht meist per Rechtsklick auf das Icon im Infobereich.
- Starte danach die Wiederherstellung erneut – am besten im abgesicherten Modus.
- Falls du mehrere Sicherheitsprogramme installiert hast, schalte auch diese probeweise aus.
Wichtig: Nach erfolgreicher Wiederherstellung solltest du den Virenschutz wieder aktivieren. Die Deaktivierung ist nur eine temporäre Maßnahme zur Fehlersuche.
Wenn du dir Sorgen machst: Während der Wiederherstellung wird nichts heruntergeladen oder installiert – du bist also nicht dauerhaft ungeschützt. Trotzdem solltest du dich an diesem Punkt nicht zu lange aufhalten und zügig weitermachen.
Systemdateien mit SFC und DISM auf Fehler prüfen und reparieren
Wenn Windows selbst beschädigte Dateien enthält, kann das die Ursache für den Fehler 0x80070091 sein. Zum Glück gibt es zwei eingebaute Werkzeuge, mit denen du das System prüfen und reparieren kannst: SFC und DISM.
So nutzt du sie:
Öffne die Eingabeaufforderung als Administrator.
Starte zuerst einen SFC-Scan: sfc /scannow Das dauert ein paar Minuten. Gefundene Fehler werden automatisch repariert.
Danach kannst du mit DISM dein Systemabbild überprüfen:
DISM /Online /Cleanup-Image /CheckHealth
DISM /Online /Cleanup-Image /ScanHealth
DISM /Online /Cleanup-Image /RestoreHealth
Jeder dieser Befehle prüft dein Windows-System und stellt bei Bedarf beschädigte Komponenten wieder her. Die Tools greifen dabei auf geschützte Systemquellen zurück – du musst nichts herunterladen oder installieren.
Wenn SFC und DISM durchgelaufen sind, kannst du die Wiederherstellung erneut versuchen. Oft reicht das schon, um den Fehler dauerhaft loszuwerden.
Letzte Auswege: System zurücksetzen oder Clean Install
Wenn wirklich nichts mehr hilft, bleibt dir noch der sogenannte „Clean Install“ oder das Zurücksetzen deines Systems. Das klingt dramatischer als es ist – Windows bietet dafür eigene Funktionen, bei denen deine Daten optional erhalten bleiben können.
Drei Möglichkeiten hast du:
- System zurücksetzen über die Einstellungen
Gehe zu: Einstellungen > System > Wiederherstellung > Diesen PC zurücksetzen
Wähle, ob du deine Dateien behalten oder alles entfernen willst. - Windows über ein Installationsmedium neu aufsetzen
Lade dir das Media Creation Tool von Microsoft herunter und führe eine saubere Neuinstallation durch. Wichtig: vorher Daten sichern! - Inplace-Upgrade
Dabei installierst du Windows über das bestehende System. Programme und Daten bleiben erhalten, viele Fehler verschwinden.
Ein kompletter Neustart ist nie die bequemste Lösung, aber manchmal der sicherste Weg, wenn alles andere scheitert. Wichtig ist nur, dass du vorher ein Backup deiner wichtigsten Daten machst – zur Sicherheit.
Fazit: Fehler 0x80070091 ist ärgerlich, aber lösbar
Der Fehler 0x80070091 kann die Systemwiederherstellung ganz schön ausbremsen – doch mit etwas Hintergrundwissen und den richtigen Schritten bekommst du das in den Griff. Ob du im abgesicherten Modus arbeitest, Berechtigungen anpasst oder Systemdateien reparierst: Es gibt mehrere Wege, die ans Ziel führen, ganz ohne Neuinstallation.
Wenn du dich bisher nicht so tief mit Windows-Problemen beschäftigt hast, kann dieser Fehler eine gute Gelegenheit sein, dein Wissen zu erweitern. Viele Lösungen lassen sich Schritt für Schritt umsetzen – auch ohne IT-Ausbildung. Nimm dir einfach die Zeit, probiere die Methoden in Ruhe aus und sichere deine Daten, bevor du größere Änderungen vornimmst.
Falls das Problem bei dir hartnäckiger ist oder regelmäßig auftritt, lohnt sich ein Blick auf deine allgemeine Systempflege. Vielleicht ist es Zeit für ein frisches Setup oder ein gutes Backup-Konzept. So bleibst du in Zukunft entspannter, auch wenn Windows mal wieder zickt.
FAQ – Häufige Fragen und Antworten
Hier habe ich noch Antworten auf häufige Fragen zu diesem Thema zusammengestellt:
Kann ich den Fehler 0x80070091 mit einem Wiederherstellungslaufwerk beheben?
Ja, das ist möglich. Wenn dein System nicht mehr richtig startet oder sich der Fehler nicht anders beheben lässt, kannst du ein Windows-Wiederherstellungslaufwerk (USB-Stick) nutzen. Damit startest du deinen PC extern und führst die Systemwiederherstellung über die erweiterten Startoptionen aus.
Ist es sicher, den Ordner „WindowsApps“ umzubenennen oder zu löschen?
Das Umbenennen des Ordners ist in der Regel unkritisch, weil Windows bei Bedarf einen neuen anlegt. Löschen solltest du ihn aber nur, wenn du sicher bist, dass keine wichtigen App-Daten mehr darin enthalten sind – und immer erst, nachdem du eine Sicherung gemacht hast.
Kann der Fehler 0x80070091 auch bei Windows 11 auftreten?
Ja, der Fehler tritt unter Windows 10 und Windows 11 auf. Die Ursachen sind identisch, und die beschriebenen Lösungen funktionieren in beiden Systemversionen.
Gibt es Tools von Drittanbietern, die bei diesem Problem helfen können?
Einige Tools wie „Unlocker“ oder „Process Explorer“ können blockierte Dateien oder Ordner freigeben. Auch „Autoruns“ hilft dabei, störende Hintergrunddienste zu identifizieren. Nutze solche Tools aber nur, wenn du dich gut auskennst.
Wie verhindere ich, dass der Fehler in Zukunft erneut auftritt?
Halte dein System sauber und aktuell: regelmäßige Windows-Updates, keine unnötigen Tools installieren, und ein sauberes Backup-Konzept nutzen. Vermeide aggressive Registry-Cleaner oder „Tuning“-Programme, die Systemdateien beschädigen könnten.






